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Von Werther zu Papageno

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Veranstaltungsbesucher_Vortragende und Dr. Korber am Tisch_Prof. Sonnek präsentiert die Suizidstatistik_Mag. Baldorf stellt die Telefonseelsorge vor
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Gruppenfoto Vortragende und Dr. Korber_Dr. Korber moderiert_Diskussion mit Publikum_Die Vortragenden

Wir leben in einer Zeit, wo Stress weitgehend unseren Alltag bestimmt. Sei es im Berufsleben, im privaten Bereich oder in der Familie, die Belastungen führen oft zu psychischen Verstimmungen und körperlichen Beschwerden. Auch Einsamkeit oder Arbeitslosigkeit verursachen psychischen Stress. Wenn kein Ausgleich zur Stresssituation stattfindet, kann sich über einen längeren Zeitraum, schleichend eine Depression oder ein Burnout entwickeln. Anhaltende und unbehandelte Depressionen können zur Verzweiflung führen und letztendlich auch zum Suizid.

 

Die Referenten
Das Forum Gesunde Stadt hat die Thematik aufgegriffen und hochkarätige Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Psychiatrie und der Psychologie, wie Univ.Prof. Dr. Gernot Sonneck (Schüler Erwin Ringels und Gründer des Kriseninterventionszentrums Wien) sowie Primar Dr. Christian Jagsch (Leiter der Gerontopsychiatrischen Abteilung der Landesnervenklinik Sigmund Freud) eingeladen. Ebenfalls dabei waren die Leiterin des Psychosozialen Dienstes im Beratungszentrum Knittelfeld, Mag.a Andrea Dorfner sowie Elise Steiner von der Stiftung WEIL - „Weiter im Leben“ und Mag. Gerhard Baldauf MSc, Leiter der Telefonseelsorge Graz.

 

Die Themen
Prof. Dr. Gernot Sonneck präsentierte in seinem Vortrag die österreichische Suizidstatistik. Die Steiermark weist die höchsten Selbsttötungsfälle auf. Besonders betroffen sind die Bezirke Murau, Judenburg und Knittelfeld. Warum das so ist, ist einerseits auf die Überalterung und andererseits auf persönliche Faktoren wie Arbeitsplatzverlust, finanzielle oder familiäre Probleme zurückzuführen. Dr. Christian Jagsch ging in seinen Ausführungen auf die Depression im Alter ein. Häufig sind Krankheit, körperliche Beschwerden und Vereinsamung der älteren Menschen, Grund sich das Leben zu nehmen. Zudem ist auch die Hemmschwelle mit psychischen Problemen zu Arzt zu gehen, groß. Psychische Erkrankungen sind meist noch ein Tabuthema.

 

Die Auswege
Psychische Erkrankungen sind auch heilbar. Mit der entsprechenden Therapie und psychologischer Betreuung kann das Leben wieder lebenswert sein. Wer kann aber helfen? Neben klinischen Aufenthalten gibt es eine Reihe von psychosozialen Beratungsstellen wie z.B. das Beratungszentrum des Psychosozialen Dienstes in Knittelfeld, oder die Grazer Stiftung „Weiter im Leben“ sowie die Telefonseelsorge. Als Anlaufstellen für Menschen die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, stehen die Beratungsteams mit Rat und Hilfe im Bereich der Lebensberatung sowie in der Vermittlung von Psychologen zur Verfügung. Rasch und unbürokratisch. Nicht nur die erkrankte Person selbst, sondern auch Angehörige oder Mitbetroffene können sich an die Beratungsstellen wenden.

 

Wenn Sie Rat und Hilfe brauchen!

Verein für psychische und soziale Lebensberatung
Beratungszentrum Knittelfeld
Bahnstraße 4/II, 8720 Knittelfeld
Tel. 03512/74450
Mo, Fr 9 - 12 Uhr, Mi 13 - 16 Uhr
www.beratungszentrum.at

 

Stiftung WEIL - „Weiter im Leben“
Sparbersbachggasse 41, 8010 Graz
Tel. 0 664 35 86 786
rund um die Uhr erreichbar
www.weil-graz.org

 

Telefonseelsorge Graz
Notruf 142
00 - 24 Uhr
kostenlos und anonym
www.telefonseelsorge.at

 

Weitere Informationen:
Auflistung Psychologen:  www.psychologen.at
Auf den Webseiten der oben angeführten Beratungsstellen finden Sie Links zu weiteren Institutionen.

 

Was ist der Werther und Papageno Effekt
Der Werther-Effekt
ist ein Nachahmungseffekt bei der Berichterstattung über Suizide. In der Literatur kam es zu einigen Imitationssuiziden nach dem Erscheinen von Goethes Werk „Die Leiden des jungen Werthers“.
Der Papageno-Effekt resultiert ebenfalls aus der Literatur. In Mozarts Zauberflöte musste Papageno eine suizidale Krise bewältigen um die geliebte Papagena für sich zu gewinnen. Von diesem Effekt spricht man wenn Betroffene die Krisensituation positiv bewältig haben.