Was, wann, wo in Knittelfeld?

Mai 2017
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Neuer Hauptplatz mit italienischem Flair

Der Entwurf des neuen, modernen Hauptplatzes.

Unsere Stadt bekommt einen Hauptplatz der Superlative. Modern, funktional und aufgeräumt: Das ist das wichtigste Ergebnis der Stadtentwicklungsstrategie „Knittelfeld Gestalten wir Zukunft!“

2014 hatte sich ein Team rund um Bürgermeister DI (FH) Gerald Schmid an die Arbeit gemacht, um in Sachen Stadtentwicklungsprozess völlig neue Wege zu gehen. Über 3.000 Bürgerinnen und Bürger, Vertreter von Vereinen, der Politik sowie Handel, Gastronomie und Wirtschaft brachten sich bei einer großen Befragung, in Workshops, bei Expertentreffen und in Gesprächsrunden ein.

Eines ihrer vordringlichsten Anliegen war die Neugestaltung des Hauptplatzes und der Innenstadt. Im Rahmen eines Architektenwettbewerbs präsentierten vier Planer einer Jury im Februar ihre Entwürfe. Die Entscheidung fiel einstimmig auf den Entwurf der freiland Umweltconsulting ZT-GmbH aus Graz.

Konkrete Vorgaben
„Die Ziele und Vorgaben waren entsprechend dem Maßnahmenkatalog des Stadtentwicklungsprozesses klar definiert“, so Bürgermeister DI (FH) Gerald Schmid. Der Hauptplatz sollte als möglichst nutzungsoffene und gut bespielbare Fläche gestaltet werden. Zum Beispiel für Veranstaltungen, Weihnachtsmarkt, Bauernmarkt, Eislaufplatz etc. Genügend Sitzmöglichkeiten, Bäume und Pflanzen, ein neues Beleuchtungskonzept sowie breite Gehsteige und Radabstellflächen sind erwünscht. Auch auf Barrierefreiheit, Vandalismusverhinderung und Wirtschaftlichkeit, insbesondere in der Erhaltung, soll geachtet werden. Die im Vorfeld des Verfahrens durchgeführte verkehrstechnische Untersuchung hat Varianten zur Verkehrsorganisation im Innenstadtring bewertet. Die Fahrtrichtungen im Altstadtring sollen unverändert bleiben der Hauptplatz weiterhin befahrbar sein. Für Parkplätze ist gesorgt.

Einstimmige Entscheidung
Einen ganzen Tag lang gingen die Bewertungskommission und deren Berater in Klausur. Nach einer jeweils 30-minütigen Projektpräsentation mit anschließender Befragung hat die Jury die eingereichten Arbeiten gereiht und den Gewinner einstimmig ermittelt. Bürgermeister Gerald Schmid dazu: „Das Projekt, es handelt sich um einen Vorentwurf, hat sehr genau den Vorgaben, die sich aus dem Leitbild des Stadtentwicklungsprozesses ergeben, entsprochen und damit die Wünsche von Bevölkerung, Handel und Gastronomie umgesetzt.“

Aktivitäts- und Begegnungszone am Hauptplatz
DI Hans-Jörg Raderbauer vom Siegerteam freiland Umweltconsulting ZT-GmbH erklärte: „Der Hauptplatz muss aufgeräumt werden.“ Durch eine moderate Neuordnung des Verkehrs und das „Aufräumen“ kann die ursprüngliche Großzügigkeit wieder zurückgewonnen werden. Wichtige Bezugspunkte werden akzentuiert, Sichtbeziehungen wieder freigestellt und Flanierzonen vor den vielen Geschäften, Lokalen und dem Rathaus aufgewertet. Der Entwurf zur Neugestaltung sieht eine zurückhaltende, auf die verschiedenen Nutzungen abgestimmte Gestaltung vor. Der Platz, der als Begegnungszone konzipiert ist, wird von bestehenden Einbauten befreit und dadurch zu einer multifunktional nutzbaren Fläche, die genügend Raum für eine vielseitige Bespielung, individuelle Nutzung und Gastronomie bietet. Für den Autoverkehr werden Fahrbahnen vorgegeben, das Parken und Halten ist nur auf den dafür vorgesehenen Flächen erlaubt. Es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Radabstellflächen sind eingeplant, auch die Barrierefreiheit ist wichtig.

Innenstadtring als Flaniermeile
Im gesamten Bereich des Innenstadtringes steht die Qualitätssteigerung für Fußgänger und damit auch für die Geschäfte im Vordergrund. Ziel ist es, dem Schaufensterflanieren, dem einander Begegnen, kurz, dem Aufenthalt im öffentlichen Raum mehr Augenmerk zu schenken. Die derzeitige Organisation des PKW-Verkehrs bleibt dabei bestehen. Um den Fußgängern komfortable Bewegungsräume bzw. attraktive Geschäftsstraßen anbieten zu können, werden die Gehwege deutlich verbreitert und die Stellflächen einseitig und überwiegend als Schrägparkplätze ausgeführt.

Mehr Parkplätze am Kapuzinerplatz
Durch eine Neuorganisation des Kapuzinerplatzes wird dieser in seiner Funktion als Parkplatz optimiert, damit mehr Parkplätze geschaffen und optisch anhand einer Baumreihe von der Hauptstraße abgegrenzt.

Gestaltungselemente am Hauptplatz
Bei der Darstellung handelt es sich um einen Vorentwurf. Im heurigen Jahr soll die Detailplanung unter Einbeziehung von Handel, Gastronomie und Wirtschaft sowie von Behindertenverbänden durchgeführt werden. Änderungen sind möglich, derzeit sieht der Entwurf aber folgendes vor:
o    „Lebendige“ Oberflächenstruktur durch Granitbelag in drei Schattierungen.
o    Geschäfts- und Flanierzonen werden durch dunklere Plattenbeläge akzentuiert.
o    Auf der Westseite vielfältig nutzbarer Streifen mit Bepflanzungsflächen, Sitz- und Liegemöblierung, die eventuell auf Schienen individuell verschiebbar sind.
o    Begehbares Wasserfontänenfeld in die Platzoberfläche integriert.
o    Pestsäule wird durch unterschiedlich hohe Plateaus sowie Sitz- und Liegedecks als zentraler Freiraum aufgewertet.
o    Kletterwand am Leerstandsgebäude gegenüber dem Stadtamt als Aktivitätsmotor. (Vorschlag)
o    Unterschiedlich große Lichtobjekte in Form roter Mohnblüten markieren die Eingänge zum Platz (im südlichen Bereich optional). Sie dienen als Blickfang und fördern das Wohlbefinden. (Vorschlag)
o    W-Lan am Hauptplatz.

Straffer Zeitplan
„Wir möchten im Eilzugstempo weiterarbeiten und alle Möglichkeiten ausschöpfen um die Innenstadt zu beleben“, so Gerald Schmid. Der Zeitplan ist ambitioniert. Heuer wird geplant, nach dem Gemeinderatsbeschluss soll im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden, für 2019 ist die Fertigstellung geplant. Zu den Kosten gibt es noch keine Details. Der Bürgermeister dazu: „Es wäre unseriös, jetzt schon eine Zahl zu nennen, wir müssen zuerst in die Detailplanung gehen.“

Ausstellung
Alle vier eingereichten Arbeiten sind bis 17. März in der Stadtgemeinde ausgestellt und für die Öffentlichkeit während der Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.

Zusatzinfos:
Aufgabenstellung
Architekt DI Günter Reissner vom Büro Stadt Raum Umweltplanung war im Rahmen der Aktion Knittelfeld Gestalten wir Zukunft von der Stadtgemeinde beauftragt worden, einen Architektenwettbewerb zu organisieren und diesen auch abzuwickeln.

Die Hauptaspekte der Aufgabenstellung:
o    Berücksichtigung der verkehrstechnischen Grundlagen.
o    Neugestaltung der Straßen- und Platzräume der Knittelfelder Innenstadt (Oberflächen, Stadtmobiliar, Beleuchtung, Bepflanzung etc.).
o    Planungsgebiet: Hauptplatz 4.300 m² Fläche sowie innerer Innenstadtring (Kapuzinerplatz, Frauengasse, Herrengasse, Theodor-Körner-Gasse und Turnergasse) insgesamt rund 13.300 m².
o    Umsetzung der Maßnahmen des Leitbildprozesses „Gestalten wir Zukunft“.

Teilnahmeberechtigte
Vier Teilnehmer wurden zum Gutachterverfahren eingeladen:
o    freiland Umweltconsulting ZT-GmbH, Münzgrabenstraße 4, 8010 Graz, 1. Platz
o    Arch. DI Alfred Bramberger, Defreggergasse 6, 8010 Graz, 2. Platz
o    Arch. DI Norbert Müller, Körösistraße 21/II, 8010 Graz, 4. Platz
o    Planungsgemeinschaft Ingenieurbüro für Garten- und Landschaftsarchitektur Monsberger & Ingenieurbüro für Landschaftsarchitektur Outside, p.A. Raiffeisenstraße 30, 8010 Graz, 3. Platz

Eingeladene Bewertungskommission
Stimmberechtigte Teilnehmer:
Bgm. Ing. DI (FH) Gerald Schmid
1. Vizebgm. Mag. Guido Zeilinger
2. Vizebgm. Ing. Siegfried Oberweger (nicht anwesend - verhindert)
StR DI (FH) Harald Bergmann
StRin Ing.in Renate Pacher
StR Rene Jäger
StR Erwin Schabhüttl
Arch. DI Norbert Frei, Ortsbildkommission Steiermark
DI Marion Schubert, Abteilung 15 des Amtes der Stmk. Landesregierung.

Nicht stimmberechtigte Berater:
Stadtbaudirektor DI Nikolai Wölle
Ing. Bernd Rehschützecker, Leiter des Städtischen Bauhofs
Dr. Markus Frewein, verkehrplus, Graz
Mag. Hannes Lindner, Standort & Markt, Baden (nicht anwesend - verhindert)
Jörg Opitz, Obmann der Interessensgemeinschaft IGK

Link zum Architektenwettbewer
b.


23.02.2017