wappen_knittelfeld

Das Wappen der Stadt Knittelfeld wurde am 30. November 1954 verliehen
In der Verleihungsurkunde heißt es:

In einem roten Schilde erscheinen freischwebend drei waagrecht übereinander liegende, je dreimal oben und unten  gestümmelte silberne Knüttel.


Als noch freie Bergvölker, welche uns unter dem Namen der Taurisker bekannt geworden sind, an unseren Hochgebirgen wohnten, war das anmutige Tal von Ingering, Gail, von Buchschachen und Graden nächst dem oberen Seckau noch ein ungeheurer See. Nur einzelne Hügel ragten über den Wasserspiegel empor und bildeten ein Eiländchen. Von hohen Bergen umdämmt, hatte der See nur am nunmehrigen Hammergraben, einer engen Schlucht über einem sehr hohen Wald, seinen Abfluss.

 

Dort zeigte sich ein Lindwurm, der nicht nur dem Vieh, welches zur Tränke ging, sondern auch den Anwohnern sehr gefährlich war; es unterblieb der Fischfang, wodurch die Älpler um einen Teil ihrer Nahrung kamen. Das gefräßige Tier kroch trotz seiner Unbehilflichkeit zuweilen aus dem See und überlistete seine Beute. Die Bewohner beratschlagten sich, wie der gefährliche Wurm zu töten oder wenigstens zu vertreiben wäre.

 

Erst später gelang ihnen dies. Gewöhnlich hielt sich der Lindwurm in der Nähe des Erdwalles, wo der See nur schmal, aber unmaßen tief war, auf. Täglich wurden ihm Nahrungsmittel gereicht, um ihn dort zu erhalten; während er in träger Ruhe lag, versammelten sich die mannhaften Bewohner der Berge zum gemeinnützigen Werk. Es wurden Waldbäume gefällt, an der engen Stelle in den See gekeilt und dieser künstliche Damm, sowie das umliegende Ufer mit Felsenstücken verrammelt. So hatte man den sichergewordenen Feind bald vom größten Teile des Gewässers abgesperrt.

 

Eines Tages, als alle Vorrichtungen getroffen waren, wurde dem grässlichen Riesenwurm zur Fraß ein Stier hingelegt. Bald erschien das Untier und verschlag ihn gierig. Da zündete das Alpenvolk die um den See befindlichen Holzvorräte und Reisigbündel an, erhob ein furchtbares Schlachtgeschrei und schlug heftig mit den Waffen an die ehernen Schilder, dass der Widerhall alles Geflügel im Tale aufscheute. Der Feind stutzte, gewann aber bald die Fassung und wollte zurückschwimmen in den größeren Teil des Sees. Es war vergebens. Auch die Glut und der Rauch hinderte ihn. Da rollten die Gebirgsbewohner große Felstrümmer von der steilen Höhe dem Wurm an den Leib, dass er brüllte und wütend wurde.

 

Mächtig drängte ihn das Feuer gegen den Damm. Er durchbrach ihn. Die entfesselnden Fluten strömten nun mit ihren Befreiern durch das Engtal, entwurzelten Bäume und rissen Felsstücke mit sich fort.

 

Als aber das Tal sich erweiterte, blieb der Lindwurm auf dem Felde liegen, halb getötet vom Andrange der Wellen und den mittosenden Felstrümmern. Mittlerweile waren die Talbewohner, mit den großen Knütteln bewaffnet, herbeigekommen. Sie schlugen mit vereinten Kräften auf den noch immer mächtigen Feind los, bis er unter ihren gewaltigen Streichen erlag und mit seinem Blut das Feld rötete.

 

Der Ort, wo dieses geschah, wird Lind genannt, die Nachkommen dieser Knittelfelder haben sich in jener gesegneten Ebene des Murbodens ein Städtchen erbaut und nannten es Knittelfeld. Die Erinnerung an den Kampf mit dem Lindwurm hat sich bis zur Stunde in ihrem Wappen erhalten. Sie führen 3 knotige Knüppel im blutigroten Feld. Den größten Gewinn von der Vertreibung des Lindwurmes aber hatten die Gebirgsbewohner, welche durch das Ablaufen des Wassers gutes Acker- und Wiesenland erhielten.