Die Alterung der europäischen Bevölkerung

In den nächsten beiden Jahrzehnten wird wie mit Zauberhand eine veränderte Gesellschaft erschienen sein : viele von uns werden gleichzeitig mit ihren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern auf der Welt sein.
Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte wird die Zahl der Älteren größer sein als die der Kinder und damit wird etwas entstehen, was in der Evolution nicht vorgesehen, ja von ihr mit allen Tricks verhindert werden sollte : eine nicht mehr fortpflanzungsfähige Gruppe, die ihren biologischen Zweck längst erfüllt hat bildet die Mehrheit innerhalb einer Gesellschaft.

 

Im Jahr 2050 werden allein in China so viele über 65-Jährige leben wie heute auf der ganzen Welt.
Deutschland wird im Jahr 2050 um zwölf Millionen Menschen weniger haben - das sind mehr als die Gefallenen aller Länder im Ersten Weltkrieg, oder anders gesehen, die dazu gewonnene Bevölkerung der DDR wird sich in Nichts aufgelöst haben.

 

Gleichzeit wird aber die Alterung der Industrienationen wie eine Sinuskurve durch die gewaltige Jugendwelle der muslimischen Länder überdeckt.
Bis 2010 steigt in Ägypten, Iran, Saudi-Arabien und Kuwait der Jugendanteil auf mindestens 20 %.
Noch beunruhigender wird aber die Entwicklung in Staaten sein, die für den Westen aufgrund ihres Altersaufbaus ab 2010 gefährlich sind : Pakistan, Irak, Afghanistan und Syrien.
Es ist ein Bild von großartiger Symbolik : in dem historischen Moment, da in diesen Ländern der Jugendanteil auf 20 % steigt, haben die meisten europäischen Länder diesen Wert für die Alten erreicht oder überschritten.
Und zwar mit einer unglaublichen Dynamik, die im Jahr 2040 den Anteil der Personen über 60 Jahre z.B. in Spanien auf über 43 % katapultieren wird !

 

Der Unterschied des Durchschnittsalters zwischen der jüngsten und der ältesten Gesellschaft, zwischen Jemen und Japan, beträgt heute 27 Jahre.
Bis 2015, also innerhalb eines überschaubaren Zeitraums, wird der durchschnittliche Jemenit 32 Jahre jünger sein als der durchschnittliche Europäer und 34 Jahre jünger als der durchschnittliche Japaner.
Die jüngsten Regionen der Welt - Afrika südlich der Sahara und der Nahe Osten - werden von jungen Menschen überschwemmt werden.

 

Die kommenden Jahrzehnte werden massive Migrationsbewegungen aus diesen zum Teil verarmten Regionen in ein sich entvölkerndes Europa erleben.

 

Demografisch bedingter Verteilungsstress wird die Welt von morgen also in kaum gekannter Weise prägen, wenn eine anhaltend hohe Zahl von Zuwanderern in Zeiten schrumpfender Sozialetats integriert werden muss.
Die sozialen Gegensätze in Europa werden härter und sichtbarer werden.