Die Situation in der Steiermark laut Bevölkerungsprognose der Landesstatistik

Laut österreichischer Raumordnungskonferenz zeichnet sich innerhalb Österreichs folgendes demografisches Bild ab :  Der Westen und der Osten gewinnen, der Süden verliert.

 

Einige Zahlen :

 

2000 hatte die Steiermark noch 1,202.275 Einwohner, 2050 werden es nur noch 1,030.227 Einwohner sein, eine Abnahme um 14,3 % und in etwa der Einwohnerstand von 1926.

 

Steirer im Kindergartenalter gehen um 34 % von heute 37.000 auf 24.500 zurück. Allein in den nächsten Jahren werden die steirischen Kindergärten einen Abgang von 5.600 Kindern verkraften müssen !

 

51.400 Kinder im schulpflichtigen Alter fehlen im Zeitraum bis 2050 - ein minus von 38 % !

 

Im Erwerbsalter werden wir in diesen 44 Jahren einen Bevölkerungsrückgang von 32 % erleben.  Dazu kommt, dass dann fast 40 % der Steirer bereits über 60 sein wird.

 

Senior/-innen : Sie erleben als einzige Bevölkerungsgruppe eine Steigerung von heute 262.000 Menschen auf fast 400.000 Menschen im Jahr 2050 !
Jeder fünfte Steirer wird im Jahr 2050 über 75 Jahre alt sein, die Anzahl der über 80-jährigen verdoppelt sich bereits bis 2030.

 

Interessanter Teilaspekt : Der Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung unseres Bundeslandes wird sich vom Ende der Industrialisierungsphase 1970 bis zum Jahr 2050 halbiert haben !

 

Die Steiermark, Kärnten und das Burgenland sind die einzigen Bundesländer, deren Bevölkerungszahlen bereits jetzt im Sinken begriffen sind.
2030 wird bei uns die älteste Bevölkerung Österreichs leben mit allen Auswirkungen auf Konsumverhalten, Wohnraum, Gesundheitssystem und Pflegeanforderungen.

 

Vor allem Gebiete zwischen Ballungszentren werden massiv verlieren. Dadurch droht eine infrastrukturelle Ausdünnung, die wiederum die Absiedelung anheizt.
Leoben etwa wird in den nächsten 25 Jahren 22 % seiner Bevölkerung verlieren. Die Einwohnerzahl von Leoben wird sich damit in 100 Jahren, der Zeitspanne von 1951 bis 2050, halbiert haben.
Gewinner dieser Entwicklung sind Zentren wie Wien, Graz und Linz.
Noch mehr Zuwächse werden aber in den „Speckgürteln“ erwartet, also den florierenden Umlandgemeinden großer Städte.

Der Trend laut Studie : Ältere Menschen ziehen wegen der besseren Sozialversorgung in die Stadt und Erwerbstätige siedeln in den Speckgürteln ins Grüne - das ergibt ein weiteres massives Problem - die großen Städte haben in der Folge mit hohen Sozialausgaben zu kämpfen, während Steuereinnahmen ans Umland gehen.

 

In diesen demografischen Wandel können die Gemeinden nicht eingreifen.

 

Kommunen, die besonders von der Absiedelung betroffen sind - die Region Obersteiermark wird verstärkt mit Abwanderungstendenzen konfrontiert werden - müssen sich anpassen und den geordneten Rückzug antreten.
Das heißt für die kommenden Jahrzehnte Schließung von Schulen, Theatern, Freibädern und Sporthallen.
Das heißt Lehrermangel und Lehrlingsmangel und weiterer Rückzug des öffentlichen Nahverkehrs.
Das heißt auch Anhebung von Gemeindegebühren und Grundsteuern, höhere Sozialhilfeausgaben und massive Ausbildung von Pflegekräften für künftige Seniorenheime.

Wo Industrien sterben, der Nachwuchs ausbleibt und attraktiver Wohnraum fehlt, geht der Einwohnerschwund schließlich an die Substanz - wirtschaftlich, sozial und baulich.
Es droht die Gefahr der Parallelgesellschaft mit Viertel der Wohlhabenden und Viertel der A-Gruppe : Arme, Arbeitslose, Ausländer/-innen.


Das Thema Schrumpfung der Kommunen wird aus den genannten Gründen das meistgehasste Thema der Landes- und Kommunalpolitik der nächsten Jahrzehnte sein.
Es übersteigt den kurzfristigen Horizont von Wahlperioden und widerspricht allen Wohlstandsversprechen.
Während Österreich das Problem noch ignoriert, reagiert unser Nachbar Deutschland bereits : Der Städtetag organisiert Tagungen mit dem Thema „Intelligentes Schrumpfen“ und der Bund unterstützt seit 2003 mit dem „Stadtumbau West“ sechzehn Pilotstädte, die Konzepte für Schrumpfungsgebiete entwerfen.